Bauernproteste in Yunnan

Tabakbauern protestieren in ganz Yunnan gegen die Ausbeutung durch den Tabakkonzern


In den letzten Tagen kam es in mehreren Teilen von Yunnan zu Protesten, nachdem der staatliche Tabakkonzern die Qualität der Tabakblätter der Bauern herabgestuft und sich geweigert hatte, einen Teil davon überhaupt anzukaufen. Am 8. und 9. September versammelten sich mehrere hundert Tabakbauern an zwei aufeinanderfolgenden Tagen an der Tabakstation Longjie im Kreis Yiliang in Zhaotong.
Am 9. September protestierten die Bauern zudem an der Tabakstation Yongfeng im Bezirk Zhaoyang von Zhaotong sowie an der Tabakstation Yunxian in Lincang. In Yiliang drangen die Bauern zeitweise in das Bürogebäude der Station Longjie ein...
...und begaben sich in die Kantine, wo sie sich an der Mahlzeit für die Mitarbeiter bedienten. Bis zum 12. September hatten die lokalen Behörden jedoch auf keine der Forderungen der Bauern reagiert.

Mehreren Bauern zufolge sind die Ankaufsstandards des Tabaksystems in diesem Jahr spürbar verschärft worden: Tabakblätter werden zwangsweise herabgestuft und unter Wert verkauft, und manche Blätter minderer Qualität werden schlichtweg abgelehnt. Einige Bauern brachten Hunderte oder sogar Tausende Jin [1 Jin entspricht 500 Gramm] getrockneter Tabakblätter zur Station, nur um nach einer Reihe strenger Einstufungen und Gewichtsabzüge mit wenigen Dutzend Yuan wieder abzuziehen. Da ihre Einkünfte so stark geschmälert wurden, haben wütende Bauern in mehreren Gebieten ihren eigenen Tabak zerstört oder verbrannt.
Chinas Tabaksystem erzielt seit langem enorme Gewinne aus seinem Monopol, doch die Bauern am unteren Ende der Lieferkette, die die schwerste Arbeit verrichten, erhalten fast nichts. Unter dem Druck der lokalen Behörden und des Tabakkonzerns unterzeichnen die Bauern einseitige Abnahmeverträge: Sie dürfen ihre Tabakblätter ausschließlich an den Tabakkonzern verkaufen und haben keinerlei Verhandlungsmacht. In einem stabilen Markt können die Bauern gerade so ihren Lebensunterhalt bestreiten. Wenn sich der Markt jedoch verschlechtert, wälzt das Tabakunternehmen seine Verluste durch Herabstufungen, Preissenkungen und Ablehnungen auf sie ab, was die Arbeit eines ganzen Jahres zunichte macht.

Yesterday 13.9.2026

Auf dem Land herrscht ein hohes Niveau an Unruhe. Die Proteste, die sich manchmal zu Aufständen ausweiten, drehen sich meist um Vertreibung, um Zwangsräumung und Zerstörung von Häusern und um Enteignung von Land ohne angemessene Entschädigung.

Die KPCh ist bemüht, jegliche Vernetzung der Protestierenden und überregional organisierte Proteste zu verhindern. Deshalb ist der provinzweite Protest der Tabakbauern erwähnenswert.