March 17, 2026

Wie bereit sind wir zum Umgang mit China als Weltmacht? Lasst uns darüber diskutieren!

Der Chinakongress in Köln mit besonderen Veranstaltiujgshinweisen

Wie bereit sind wir zum Umgang mit China als Weltmacht? Lasst uns darüber diskutieren!
Angesichts des aktuellen Krieges im Nahen Osten, der von den USA und Israel provoziert wurde und sich nun zu einem regionalen Krieg ausweitet, entsteht im Hintergrund eine Debatte: Wird China über seine rhetorische Unterstützung für den Iran hinaus auch Taten folgen lassen oder nicht? Dies ist nur eines von zahlreichen Rätseln rund um China, seit Trump seinen ersten Handelskrieg gegen das Land begonnen hat und sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verschlechtern begannen. Die China-Frage spaltet weiterhin die Menschen auf der ganzen Welt. Dahinter steht auch die Angst vor diesem geheimnisvollen Land.
Für den 20. und 22. März haben der Lehrstuhl für Moderne China-Studien der Universität Köln und ATTAC Deutschland gemeinsam mit dem Form Arbeitswelten (den Unterstützern dieses Blogs) und dem Kritischen China Forum eine zweitägige Konferenz zum Thema China und Wir organisiert, bei der Fachleute und Aktivisten aus Deutschland und einige aus dem Ausland zusammenkommen und eine Vielzahl von Themen diskutieren. China als zeitgenössisches Rätsel der Sphinx lässt sich am besten anhand des Themas der Eröffnungssitzung der Konferenz veranschaulichen, das lautet: China und Wir: Warum es uns so schwer fällt, die Volksrepublik China und ihre Rolle in der Welt zu verstehen.
Schon bei der Konzipierung der Konferenz warfen die Veranstalter wichtige Fragen auf:
– Ist China eine sozialistische oder eine kapitalistische Gesellschaft?
– Welche Rolle spielen einheimische private und staatliche Unternehmen sowie ausländische Konzerne in der chinesischen Wirtschaft?
– Welche Ziele verfolgt die chinesische Regierung?
– Gewinnen die Länder des „Globalen Südens“ durch den Übergang zu einer neuen bipolaren oder multipolaren Weltordnung neue Handlungsspielräume für ihre Entwicklungsstrategien – oder reproduzieren sich in ihrem Verhältnis zu China weitgehend die Muster der hierarchischen internationalen Arbeitsteilung und Abhängigkeit, wie wir sie kennen?
– Ist China selbst eine imperialistische Macht?
– Verschärft sich auch in China die ökologische Krise laufend?
Mit dem neuen Krieg im Nahen Osten, der sich vor unseren Augen abspielt, rückt auch ein zweiter Brennpunkt in den Fokus der internationalen Debatte: Taiwan. (...) Mit Trump 2.0 geht die USA heute einen Schritt weiter als zuvor, als sie Taiwan als wichtigen Verbündeten betrachtete, um die erste Inselkette zur Abwehr Pekings zu halten, und fordert nun ein Recht, Taiwan zwingen zu können, 40 Prozent seiner Produktion von Hochleistungs-Chips in die USA zu verlagern. Wird Peking als Reaktion darauf 2027 einen Krieg beginnen, um die Insel zu erobern?
Trotz Pekings Vorgehen gegen Hongkong bleibt die Stadt im Zeitraum 2020-24 das drittgrößte Finanzzentrum der Welt. Ein Grund dafür ist, dass Hongkong mit einem Anteil von 60 Prozent nach wie vor die Region mit den größten ausländischen Direktinvestitionen in China ist. China braucht Hongkong dringend als „Superverbindung“ zum Weltmarkt. (...)
Auf der China-Konferenz in Köln findet der Workshop 8  zum Thema Widerstand in Hongkong und Taiwan gegen die Eingliederung in die Volksrepublik China am 21.3. um 17 Uhr statt. Dieser wird eine Plattform für eine Debatte über Taiwan und Hongkong und ihre Beziehungen zu Peking bieten. Die beiden Regionen sind im Vergleich zum chinesischen Festland klein, aber die dadurch entstehende Dreiecksbeziehung ist viel größer als die Kleinheit Taiwans und Hongkongs.
In dem Workshop auf der Konferenz werden Frau Martin-Liao (Autorin und Übersetzerin, Köln) ihre Einschätzung zu Taiwan und ich meine zu Hongkong und einbringen.
Sehen wir uns dort um zu diskutieren!
Au Loong Yu

Chinablog der taz vom 8.3.2026

Arbeitswelten in China ….

…. sind eng eingebunden in den Weltmarkt und stehen in unterschiedlicher Weise im Zusammenhang mit Arbeitswelten in Deutschland.
Als Mitveranstalter und Unterstützer der Konferenz wollen wir zu einem besseren Verständnis der Lebens- und Arbeitssituation der Menschen in China und einen solidarischen Umgang miteinander beitragen im Ringen um eine sozial gerechtes und menschenwürdiges Leben in einer ökologisch intakten Welt. 
Eine ausführliche Beschreibung des Programms mit Veranstaltungen zu all den anderen Themen und den organisatorischen Hinweisen sind auf folgender Webseite zu finden. 
Das Forum Arbeitswelten organisiert zu einigen der zentralen Themen dazu Veranstaltungen auf diesem Kongress: 
    • Klassenverhältnisse und Arbeitswelten, 
    • Beschäftigte in der deutschen und chinesischen Automobilindustrie – Partner oder Konkurrenten?
    • Plattformökonomie und Ausbreitung „prekärer“ Arbeitsverhältnisse, 
    • EU-Lieferkettengesetz – sichern Arbeitsschutz und Arbeitsrechte in China?
• China von unten. Bewegte Bilder aus einem unruhigen Land. Ungewöhnliche Filme aus und über China.