Arbeiterbewegung, Arbeitskämpfe und Arbeitsbedingungen

Nirgendwo auf der Welt gibt es soviele Arbeitskämpfe wie in China - keine Überraschung, wenn man sich daran erinnert, dass etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung dort lebt. Wir berichten hier über Streiks und aktuelle Entwicklungen sowie Organisationsversuchen, die aus unserer Sicht eine besondere Bedeutung haben.
Chinesische Arbeitswelten – in China und in der Welt

Ein Großteil unserer Konsumprodukte wird in China hergestellt. Und obwohl die chinesische Regierung mit der »Made in China 2025« Strategie langfristig die Wirtschaft mit mehr Innovationskraft ausstatten will, wird das Land vorerst die »Werkbank der Welt« bleiben. Unter welchen Bedingungen entstehen die Waren, die wir konsumieren? Und wer muss sich wo an welche Regeln halten? Die Broschüre will MultiplikatorInnen der entwicklungs- und umweltpolitischen sowie der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit in die Lage versetzen, sich differenziert mit den Arbeitswelten und Arbeitsbedingungen sowohl in chinesischen Betrieben als auch in deutschen Niederlassungen in China auseinanderzusetzen. Exemplarisch wird z. B. anhand eines Projektes der IG Metall bei Siemens der Frage nachgegangen, ob, wie und welche Mitbestimmungs- und Arbeitsbeziehungen sich dort einführen lassen. Aber auch Arbeitsbedingungen in chinesischen Betrieben in Peru, Afrika, den USA und Deutschland werden diskutiert. Die Broschüre zeigt Möglichkeiten des Schutzes und der Gegenwehr auf und stellt die Frage der Notwendigkeit von Solidarität. Abgerundet wird die Broschüre durch eine kommentierte Link- und Literaturliste. Herausgegeben von der Stiftung Asienhaus in Zusammenarbeit mit dem Forum Arbeitswelten e.V. und express . Januar 2016

Neue Zeichen der Hoffnung - Zum Widerstand in China heute

Der Artikel von Au Loong Yu und und Bai Ruixue (urprünglich erschienen in Working USA, Mai 2012 und übersetzt im express) wird von den Autoren selbst so eingeleitet: "Die Zahl der Widerstandsakte in China wächst weiter. Sowohl große als auch kleine Protest-aktionen kommen extrem oft vor in China. In Bezug auf Größe und Charakter reichen sie von Arbeiterprotesten gegen nicht bezahlte Löhne oder Forderungen nach mehr Arbeitsrechten über Proteste gegen korrupte Beamte bis zu Protesten gegen Umweltverschmutzung. Wäh-rend die Proteste oft schnell mit repressiven Mitteln beendet wurden, haben solche Kämpfe aber oft auch dazu geführt, dass den Protestierenden Konzessionen gemacht und garantiert wurden, weil der Ein-Parteien-Staat verschiedene Mittel einsetzt, um soziale Unruhen zu begrenzen und die »soziale Harmonie« wiederherzustellen. ..... "

Vom „Herrn“ zum „Knecht“: Arbeiter in Staatsbetrieben im heutigen China

Der Artikel von Au Loong Yu (urprünglich erschienen in Working USA, Dezember 2011, übersetzt von Manfred Pegam) wird vom Autor selbst so eingeleitet: "Es ist noch gar nicht so lange her, dass es für mehr als 100 Millionen SOE Arbeiter sichere Arbeitsplätze und gesicherte Sozialleistungen gab. Die Gesetze zur Industriedemokratie gewährten ihnen viele Rechte, die sogar noch weiter gingen als das deutsche Betriebsratsmodell. Überdies waren ihre „führende Rolle“ im Staat und ihre politischen Rechte in der Verfassung verankert (und sind es noch). All diese gesetzlich zugesicherten Rechte ermöglichen es jedoch den meisten Arbeitern weder, ihre Betriebe vor gesetzeswidriger Privatisierung zu retten, noch bedeuten sie Schutz vor gesetzeswidrigen Entlassungen, weil die Kader die Gesetze einfach nicht beachten."

Kampagne für asiatischen Mindestlohn

Bereits seit Oktober 2009 haben sich zahlreiche Organisationen und Gruppen aus verschiedenen asiatischen Ländern zu einer Kampagne für einen regionalen Mindestlohn in der Textilindustrie zusammengefunden.

Und schon wieder Streik bei Triumph...

Erneut streiken rund 1.000 Arbeiterinnen bei Triumph - als Abwehr gegen plumpe Einschüchterung... ...weil 8oo von ihnen nach Protesten mitgeteilt bekamen, sie müssten einstweilen nicht zur Arbeit kommen. Der Bericht "New strike at Triumph International in China" am 14. September 2010 (mit Foto)

Mindestlöhne in China

Ein älterer Beitrag, der immer noch eine gute Grundlage ist, die aktuellen Entwicklungen des Jahres 2011 - bemerkenswerte Erhöhungen des Mindestlohns quer durchs Land - zu begreifen.

Arbeiterwiderstand in China heute 1989-2009

Gekürzte Fassung eines ausführlicheren Artikels der Autoren Au Loong Yu und Bai Ruixue, übersetzt im "sechsten Paket" von Texten aus China im Forum Arbeitswelten im Oktober 2010. (1)

Auf der Flucht vor höheren Löhnen?

Löhne in Shenzen zu hoch: Foxconn wechselt Standort Der chinesische Elektronikhersteller zieht mit seiner Produktion für große westliche Firmen an einen anderen Standort. Auf diese Weise sollen die Lohnerhöhungen, die nach einer Serie von Selbsttötungen in Shenzhen eingeführt wurden, umgangen werden. Artikel bei n-tv vom 29.06.2010. n-tv bezieht sich auf den Artikel „Foxconn to shift some of Apple assembly”, Article by Kathrin Hille in Financial Times, published June 28, 2010

Der Hondastreik: Versuch einer Bilanz

Der Hondastreik war früher für beendet erklärt worden, als er es tatsächlich war. Und: Kaum ist der Streik in Foshan zu Ende, geht es schon anderswo weiter. In westlichen Fachpublikationen wird, je nach eigener Positionierung, bereits das "Ende der billigen Autoproduktion" bejubelt oder bejammert und überall werden Lohnerhöhungen angekündigt. Der Überblick "Eine erste Bilanz des Hondastreiks" vom 11. Juni 2010 von Forumsaktivist Helmut Weiss

Streik an Privatschulen

Chengdu: Über 1.000 LehrerInnen streikten Anfang November 2009 vier Tage lang - bis die staatlichen Stellen die Leitung dieser privaten Schulen kommisarisch übernahmen.

Streikrecht - Debatte

Bei Global Voices Online gab es nach den Streiks 2010 einen knappen Überblick über die Diskussion um das Streikrecht unter Bloggern in China. Dabei waren wohl recht viele ziemlich optimistisch, was ein offizielles Streikrecht betrifft - während andere darauf verwiesen, dass bis heute jede Suchanfrage nach dem Wort streik blockiert würde...Siehe dazu den (englischen) Überblick vom September 2010.

Chinesische Reaktionen auf chilenische Rettung

Die Rettung der chilenischen Bergleute im Herbst 2010 hat keineswegs dazu geführt, dass in Chile die Situation verbessert wurde. Sie hat aber sehr wohl dazu geführt, dass die Sicherheitsdebatte in China noch intensiver wurde.